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Wer soll das bezahlen …

Wer soll das bezahlen, wer hat das bestellt, wer hat soviel Pinke-Pinke, wer hat soviel Geld?” Schauen Sie mal auf den Kalender! Heute ist der 11. im Elften! Sessionsauftakt – dä Zuch kütt ävver später! Aber darum soll es gar nicht gehen, auch wenn ich heute eine Pappnase aufhabe und nach jedem Satz ein “Tadaa!” nachschiebe. Meine Umwelt freut sich schon sehr!

Nein, ich frage mich, wer nun die große Rechnung zahlen darf, den Bill of Opel?

Damit meine ich jetzt nicht die 1,5 Mrd €, die die Deutsche Bundesregierung als Überbrückungskredit gewährt hat. Dies zwar, so munkelt unserere Hauptstadtvertretung, auch nur, weil man dachte, dass man so Opel retten und gleichzeitig den Weg in die Unabhängigkeit Opels von GM einleiten und den Verkauf des Autobauers sichern könne. Alles im Sinne der Deutschen Opel-Belegschaft und natürlich ohne Wahlkalkül. Man fand in Magna einen potenten Bieter und einigte sich auf jenen Deal – der nun wiederum geplatzt ist.

Hunderte an Arbeits- und Verhandlungsstunden auf Seiten der Bundesregierung, Opel Deutschland, GM und Magna zunichte gemacht mit einer “letzten Entscheidung” von GM. Auch wenn sich der Vorstandsvorsitzende von GM nun entschuldigt hat, ich glaube dem kein Wort, dass war alles genauso geplant, um an die notwendigen Überbrückungskredite zu kommen. Und wenn ich recht haben sollte, wahrscheinlich werden wir es nie genau erfahren, dann kann man den Verhandlungsführern von GM nur gratulieren. Also mal ehrlich! Wenn es jetzt so läuft, wie sich das die Amerikaner ausgedacht haben – die Bundesländer haben ja bereits weitere Bereitschaft signalisiert – dann kann man den Amerikanern doch ein gutes Zeugnis ausstellen. Hut ab! Das nenn ich mal wirtschaftliches Denken. Wäre zwar moralisch vielleicht bedenklich, aber wenn kümmert mein wirtschaftliches Handeln von gestern, wenn ich morgen schon wieder Arbeitsplätze in Deutschland sichern kann? Genau! Niemanden!

Nun geht mir seit der Entscheidung von GM allerdings eine Frage durch den Kopf! Die ganzen Kosten der Verhandlung auf beiden Seiten, was ist mit denen? Also bei den Leuten von GM sowie bei der Bundesregierung und den Bietern wie Magna oder auch Ripplewood bzw. Fiat sind doch bestimmt noch unbezahlte Rechnungen offen! Anwaltskosten für ausgearbeitete Verträge, Beraterverträge hochdotierter Beraterfirmen, Reisekosten und und und. Das sind doch bestimmt Beträge im zweistelligem Millionenbereich!? Oder? Wäre es nicht denkbar, dass der ein oder andere Beteiligte seine Auslagen von GM zurück haben will? Vielleicht sogar sowas wie Schadensersatz für den Verlust zukünftiger Einnahmen und Gewinne oder deren Kursverluste an der Börse bei Magna? Ich meine, GM hatte dem Verkauf ja schon grds. zugestimmt!

Also wenn ich das mal mit dem künstlerischen Bereich vergleichen darf. Kurz gesagt: Wenn der Künstler absagt, muss er die ausgefallenen Einnahmen (verlorene Gewinne) und die bereits aufgelaufenen Kosten begleichen. Wenn der Veranstalter absagt, erhält der Künstler dennoch seine Gage und seine Auslagen werden beglichen. Natürlich gibt es Abwandlungen von diesem Theorem, aber im Grundsatz sollte es im Kulturbereich so laufen. Ich spreche natürlich jetzt von den großen Künstlern und Veranstaltern, die, die alles und jede Situation in Verträgen regeln.

Demnach könnte GM noch die ein oder andere Rechnung ins Haus flattern. Ich habe irgendwo gelesen, dass Magna wohl um die 50 Millionen € an Kosten im Zusammenhang mit den Verhandlungen hatte.Wahnsinn! Die würde ich aber auch zurück haben wollen. Die 50 Millionen € werden zwar nicht gerade dafür sorgen, dass Magna insolvent wird, aber in eine wirtschaftliche Schieflage kann man dadurch schonmal kommen, wenn man 50 Millionen € für Nichts ausgegeben hat.

Aber sehr wahrscheinlich wird GM diese Kosten begleichen – so wie den Überbrückungskredit auch – und wird sich dieses Geld durch weitere (günstige) Bürgschaften und Kredite (also Steuergelder) seitens der beteiligten Länder und Zugeständnisse der Opel-Belegschaft mehrfach zurückholen.

Also zahlt wieder der kleine Bürger – der ja für alles herhalten muss, symbolisch gesehen – die große Zeche!

Ich muss sagen, die Amerikaner haben es wirtschaftlich gesehen echt drauf! Und Obama setzt sich für die Erhaltung der Todesstrafe ein!

Fazit: Die USA ist wieder in der Erfolgsspur!

Euer Lars

Das im Artikel eingefügte Bild ist gemeinfrei, weil es Teil der Statute, Verordnung oder eines gesetzlichen Erlasses ist, das durch eine deutsche Reichs-, Bundes- oder Landesbehörde bzw. durch ein deutsches Reichs-, Bundes- oder Landesgericht veröffentlicht wurde.

Lars Unter: Gedanken im Wartestand // // Tags: , , , // 0 Kommentare



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