21 04
Life goes on!
So werte Freunde der intellektuellen Web 2.0 Unterhaltung: We are back. Nach einer eigentlich kürzer geplanten Auszeit kehrt nun die direkt angesteuerte Normalität im realen Leben langsam auch zurück ins Web 2.0. Also in jene lustige und sympathische Webseite, auf der sie sich gerade befinden und auf der sie ihre Zeit verbringen. Oder sogar in den letzten beiden Wochen verbracht haben. Die Zugriffszahlen sind natürlich rapide rapante gesunken, aber was interessiert mich sowas. Den Satz mit der Statistik und dem Fälschen dürfen sie sich später gerne an der Garderobe abholen. Ich verweise in diesem Falle auch auf das dort bereitliegende Gratisheftchen eines sympathischen Kulturvereins.
“Was war nun?” wäre wohl eine sehr naheliegende Frage. Ich will es mal so sagen: Nicht nur, wer reist hat viel zu erzählen, auch wer sich Eigentum im Sinne einer Immobilie beschaffen will, könnte Bücher füllen. Manchmal kam ich mir vor wie in einem Asterix und Obelix Film (Asterix erobert Rom). Der Passierschein A38 – sie verstehen? Und dabei wollten wir nicht mal Rom erobern sondern nur eine kleine heimelige Bleibe für uns und eine in naher Zukunft zu gründende Familie finden bzw. den Kauf dieser einleiten. Also der Wohnung, nicht der Familie. Nun ist alles paletti. Alles besprochen und eingeleitet. Prima. Jetzt müssen wir nur noch die Zeit abwarten. Dann wird umgezogen.
Zudem, da bin ich ganz ehrlich, hatte ich in den letzten beiden Wochen auch kaum die innere Lust und das innere Bedürfnis meine Meinungen und Aussagen in die weite Welt zu posten. Obwohl es da natürlich einiges gegeben hätte. Was auf alle Fälle noch kommen wird, ist eine Gegenüberstellung zweier kabarettistischer Abende hier in Nürnberg. Zum Einen waren wir bei Dr. Eckart von Hirschhausen und zum Zweiten bei Volker Pispers in Ansbach. GRAN-DI-OS! Zumindest eine der beiden Veranstaltungen. Wir wollen aber noch nicht verraten, welche ich damit meinen könnte.
Bei einer kleinen Angelegenheit “ärgert” mich das ganze sogar ein wenig. Also meine eigene Funkstille. Zumindest im nachhinein. Da bricht dieser Vulkan in Island aus und hält ganz Europa im Griff, wie es auch die Finanzkrise nicht hätte besser hinbekommen können. Aber wenn man sich die Auswirkungen ansieht, so aus bundesdeutscher Sicht, wäre eine zusätzliche Staubwolke auf den Autobahnen aus Italien kommend nach Deutschland auch sehr hilfreich gewesen. Da stehen doch auch noch ein paar ausrangierte Vulkane herum, konnten die nicht mal ausbrechen? Einer davon ist sogar Ministerpräsident. Ich ärgere mich deswegen, weil man dann schöne Verschwörungstheorien und Gegenwartsanalysen hätte verbalisieren können. Oder haben sie gemerkt, dass wir eine zeitlang merkellos waren? Also nicht führungslos, das sind wir schon seit Jahren. War doch eigentlich so wie immer! Oder? Also was brauchen wir die Mutti der Nation noch? Und was sagt Mutter Beimer dazu? Diese ganzen Straßenralleys hoher und auch nicht ganz so hoher Funktionäre auf innereuropäischen Autobahnen hatte was von dieser illegalen Straßenformel 1, wo die alle an einem Ort starten und jeder sich seinen Weg sucht, um am schnellsten am Ziel zu sein. Früher drehte man über sowas lustige Filme mit einem Auto made in Wolfsburg in der Hauptrolle. Heute ist das natürlich alles viel einfacher gestaltet und weniger familär. Da müssen schonmal die mitreisenden Presseleute im Bus stundenlang in der Einöde Italiens warten, weil Defekt, und Mutti Merkel fährt schonmal vor. Anschlagsgefahr! Aber sie dürfte in ihrer merkeleigenen Art zu den Presseleuten gesagt haben: “Wir müssen versuchen gemeinsame Lösungen zu finden! Und ich bin zuversichtlich, dass wir dies auch tun werden.”. Dann verschwand sie im klimagelüfteten Vehikel und brauste davon. Da werden sich die Presseleute aber in den Armen gelegen haben und sich beim Schulterklopfen gegenseitig Mut zugesprochen haben: “Die Merkel, die holt uns hier raus! Wie bei den Marines. Niemand wird zurückgelassen!”. Genau, denn Mutti Merkel lässt auch niemanden zurück!
Mist! Und schon bin ich wieder mitten drin im Politik Web 2.0 Zirkus. Als gäbe es keine anderen Probleme. Aber wenn man mal ehrlich ist, bei dem Personal wäre ein Land ohne Politik vielleicht besser dran. Ein Ramsauer macht die Rampensau – diesmal nicht bei der Eröffnung eines Krötentunnels auf der Landstraße zwischen zwei Ortschaften, die noch uninteressanter sind, als der Minister selbst. Nein, diesmal darf er sich so richtig profilieren und die Vulkanasche von Berlin aus bekämpfen. Und wie so oft, wenn eigene Machtansprüche und Träumereien auf die Realität treffen, eine Seite geht dabei unter. Und in diesem Fall scheinen die Träumereien betroffen. Zumindest wenn es nach den Kritikern des Ministers geht. Sind wir mal auf die Meßergebnisse gespannt. Wobei es auf die auch nicht ankommt, die Aussage wird lauten: “Der Ramsauer, der lässt die Flugpassagiere nicht allein zurück! Der kümmert sich um euch!”. Also noch so ein Kümmerer! Man geht’s uns gut!
Ähnlich auch bei einer meiner Lieblingsministerinnen. Frau von der Leyen. Man hat manchmal den Eindruck, dass sie noch gar nicht so recht bemerkt hat, dass sie nun im Ressort Arbeit die Fäden spinnen soll und nicht im Ressort Familie. Immer wieder kommt sie auf ihr Lieblingsthema, den Kindern zurück. Hatte ich noch im internen Kreis gewitzelt, dass demnächst bestimmt ein Sonderbeauftragter für Arbeitslose mit Kindern in den Agenturen vor Ort eingerichtet wird, so überholt die Realität meinen geistreichen Witz auf der linken Spur. Dazu kommt noch ein RundumSorglospaket, persönlich geschnürt von der siebenfachen Mutter (= sowas wie “die sexy fürther Landrätin” im medialen Pauschalwortschatz), nur arbeiten müssten die alleinerziehenden aktuell noch arbeitslosen Menschen selbst. Egal wo auch immer es Frau von der Leyen hinverschlagen sollte, sie lässt niemanden zurück und nimmt alles mit. Auch fachfremde Themen. Auch Personal.
Was macht eigentlich Frau Köhler zur Zeit? Wahrscheinlich sitzt sie im Vulkanaschenebel fest und wählt die Nummer von Mutti Merkel oder Onkel Ramsauer: da muss doch was gehen, die lassen einen doch nie allein zurück! Wird wohl gerade besetzt sein. Da rufen zur Zeit soviele ratsuchende Unions-Politiker an. Und Schwester Ursula?
Die spinnt weiter ihr Netz der klugen Sprüche und wahlkampfkonformen Reden und Ideen – dem Rüttgers wird’s gefallen!
Sogar der wird mitgenommen. Wahnsinn. Wir sind wahrlich ein echter Sozialstaat, der die Schwachen auffängt, wenn es ihnen mal schlecht geht und sie am Boden liegen!
In diesem Sinne … denkt immer daran: Wir sind nicht allein!
Euer Tobias
Das im Auszug benutzte Foto stammt vom flickr User hamedmasoumi und wurde dort unter einer entsprechenden CC Lizenz zur weiteren Bearbeitung veröffentlicht.
