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24 02
Filmjahr 2009 – die Tobithek (2)
In den letzten Wochen haben Anja und Tobias zwei DVDs gesehen sowie einen “aktuellen” Kinofilm. Fangen wir doch mal chronologisch an.
(Wanted – DVD) Den vorletzten Film mit Angelina Jolie wollte Anja unbedingt mal sehen und da Tobias die Story nicht uninteressant fand, wurde jene DVD eben schnell mal ausgeliehen. Der Film lebt eher durch seine Schauspieler als durch die leicht verworrene Handlung, wobei die Idee mit dem Webstuhl und der “Idee” dahinter eine sehr kreative ist.
Während des Films dachte sich Tobias des öfteren, wann denn nun endlich der finale Showdown passieren wird. Aber irgendwie wurde das Ende immer wieder nach hinten verschoben.
Die Actionszenen sind wirklich im großen und ganzen gelungen, wenn auch die Story nicht ganz so spannungsgeladen ist. Sehenswert am Film – vielleicht nur für Tattoofans – ist die wohl unumgängliche “Nacktszene” mit Miss Jolie, in der man sehr schön ihre traditionellen Tattoos (Klickt das Bild an; Anmerkung der Redaktion) sehen kann.
(No Country for old men – DVD) Diesen Film wollte dahingehend Tobias unbedingt mal sehen -er stand neben anderen Filmen auf einer “to see Liste”, die er immer in seiner Geldbörse herumschleppt. Man weiß ja nie, wo einem Filmtipps erreichen. Die Story des Films ist schnell erzählt, sagt einem aber fast nichts über diesen Film.
Weder erfährt man durch die reine Story, dass man wahrscheinlich eines der interessantesten Filmcharakteren in der Gestalt von Javier Bardem (der Killer Anton Chigurh) zu sehen bekommt, noch erfährt man, dass der Film gepickt ist mit Fragezeichen. Zumindest wenn man genau hinschaut und hinhört. Das Ende und der Sinn des Films ist ein Füllhorn an Theorien und Gedankenspiele – jeder macht sich so seine Gedanken, was die Coen Brüder wohl mit ihrem Film erreichen wollten. Was Tobias sehr beeindruckend fand, man sieht einen gewissen Spannungsbogen – man weiß, gleich “knallt´s” – aber der Film ist nie zu schnell. Eher vielleicht sogar langsam.
Die Figuren sind top besetzt – Tommy Lee Jones ist Weltklasse in seinem philosophieren – und die Story niemals langweilig. Man hat nie das Gefühl, dass die Story nicht genau weiß, was sie als nächstes in Bild und Ton zeigen soll. Ein wirklich toller Film, der auch beim dritten und vierten Schauen bestimmt noch fesselnd sein wird.
(Australia – Kino) Last but not least der Kinofilm. In “Australia” wollten Anja und Tobias sogar beide, wobei der Kinobesuch in der letzten Woche eher spontan geschah. Und der Film hielt, was sich beide versprochen hatten.
Zumindest der erste Teil des Films. Der zweite Teil hätte nicht unbedingt sein müssen, da man hier und da echt das Gefühl hatte, dass der Film nicht weiß, wo und wann er enden soll. Was auch etwas schade war, ist, dass die Story des Films auf der Grundlage dreier Geschichten basiert und eigentlich “keiner” wirklich gerecht wird.
Zum Einen hat man die Geschichte der englischen Lady in Australien, die sich gegen mit allen Wassern gewaschenen – oder auch nicht gewaschenen – Viehtreibern und Gutsbesitzer auseinandersetzen muss. Dann gibt’s natürlich die Liebesgeschichte zwischen einem einfachen Viehtreiber und der englischen Lady – irgendwie muss man ja Hugh Jackman mit nackten Oberkörper zeigen – und dann irgendwie am Rande die Geschichte des kleinen Aborigine Nullah, der ein Mischling ist (Mutter Aborigine – Vater Weißer) und zur sogenannten “gestohlenene Generation” gehört.
Bis zur Hälfte des Films kann der Film noch mit beeindruckenden Landschaftsaufnahmen der grds. Story über diese “Vernachlässigung” hinweghelfen, aber am Ende des Films ist man sich ziemlich sicher, dass Baz Luhrmann vielleicht auf eine Geschichte hätte verzichten müssen, um die restlichen zwei Geschichten deutlich besser in Szene zu setzen. Vor allem die Geschichte um Nullah – am Anfang rätselte Tobias eine zeitlang, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist – und um seinen Großvater King George wird irgendwie nur als Aufhänger genutzt, um eine Portion “Emotion” in den Film zu packen und um vielleicht auf das Schicksal der “gestohlenen Generation” aufmerksam zu machen.
Zufälligerweise lief vor einiger Zeit auf arte oder 3sat ein Film zu jenem Thema – deutlich besser und inhaltsreicher weil realistischer und wahr – “Long Walk Home”. Diesen Film kann man wirklich empfehlen und erzählt einem mehr zu jener Problematik.
In diesem Sinne.
Euer Lars
Das im Auszug abgebildete Foto vom flickR user “jeezny” wurde unter einer CC Lizenz veröffentlicht und zur weiteren Verbreitung unter den dort genannten Voraussetzungen freigegeben.
